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Graffiti von Gernot Passath

In Zukunft werden die Arbeiten von Gernot Passath zwei Wände vom Möbelhaus Leiner in der Annenstraße verschönern.

Ende Juni findet die feierliche Enthüllung statt. Alle GrazerInnen und BesucherInnen sind eingeladen, das Werk dann zu bestaunen. Gestaltet wird einerseits eine 80m² große Wand der Restaurantterrasse im vierten Obergeschoß des Einrichtungshauses sowie eine rund 50m² große Wandfläche im Durchfahrtsbereich Traungauergasse.

Florian Perl & Gernot PassathTerrasse Leiner MöbelhausGraffiti von Gernot PassathTerrasse Leiner MöbelhausTraungaugasse - Abfahrt Parkgarage

Der in Graz geborene und in der Oststeiermark aufgewachsene Künstler absolvierte den Studiengang Informationsdesign an der FH Joanneum in Graz und besuchte für ein Semester die Kunstuniversität in Valencia.

Vor allem in dieser Zeit hat er Streetart und Graffiti für sich entdeckt und später im Rahmen verschiedener Künstlerkollektive seinen ganz persönlichen Stil gefunden und weiterentwickelt.

„Mit meinem Entwurf will ich einen neuen Lebensraum auf den zu gestaltenden Flächen schaffen - so, wie es auch die KundInnen von Leiner in ihren Wohnungen machen. In der Entwurfsphase habe ich mich sehr intensiv mit Affen auseinandergesetzt, mit ihrem Verhalten und letztlich der Vielfalt, die sich auch sehr gut auf den Menschen übertragen lässt. Die Stadtaffen repräsentieren für mich die Vielfalt und Diversität in der Stadt Graz. Gleichzeitig war es mir wichtig, einen Ort des Wohlfühlens zu schaffen, an dem man sich gerne aufhält, der aber auch spannend bleibt und bei dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. 

Gernot Passath

Konzept

Das Unternehmen Leiner gestaltet Lebensräume und das soll sich auch in den Wandgestaltungen widerspiegeln. Darum werden in der Ideenskizze Elemente aus zeitgenössischen Tapetendesigns mit illustrativen Streetart-Elementen vermischt um eine passende Bildsprache zu finden. So werden Raumgestaltung und urbaner Flair miteinander verschmolzen.

Die Entwürfe bestehen aus drei Ebenen die ineinander greifen:


Farbenfrohe Freiformen in Pastelltönen mit Mustern und Pattern sind in moderner Streetart häufig zu finden. Sie bilden die Basis für ein positives urbanes Gefühl, dass wie im Briefing beschrieben zum Verweilen einlädt. An der Wand in der Durchfahrt laufen manche Flächen über Raumkanten um optische Täuschungen aus bestimmten Blickwinkeln zu erzeugen.

Die zweite Ebene bezieht sich direkt auf das Thema »Natur in der Stadt«: eine Mischung aus Zimmer- und Wildpflanzen, welche die Gesamtheit des Großstadtdschungels symbolisieren.

Die dritte Ebene zieht die Blicke durch die figurative Darstellung von verschiedenen überlebensgroßen Primaten (Schimpansen, ein Bonobo, ein junger Orang-Utan und ein Klammeraffe) als erstes auf sich: Der Mensch ist nach der biologischen Systematik eine Art der Gattung Homo aus der Familie der Menschenaffen, die zur Ordnung der Primaten gehört. Die unterschiedlichen Primaten stehen hier stellvertretend mit einem Augenzwinkern
für die Diversität von uns »Stadtaffen«. Wir alle haben unsere Eigenheiten, trotzdem gehören wir zusammen und bewohnen bzw. beleben den Großstadtdschungel gemeinsam.

Um sich von der restlichen Gestaltung abzuheben und meinen persönlichen Stil zu repräsentieren sind die Tiere vorwiegend in Schwarz-Weiß illustriert und teilweise mit einer Schraffur überlagert. Durch das Zusammenspiel der drei Ebenen ergibt sich ein spannendes Gesamtbild, indem es immer wieder Details zu entdecken gibt.

Der Entwurf dient als Anhaltspunkt für die Gestaltung. Prozessbedingt kann es in der Umsetzung zu Abweichungen kommen, da die Produktion vor Ort per Hand passiert. Weiters behalte ich mir kleinere Veränderungen der Gestaltung vor um besser auf die Gegebenheiten der Wand einzugehen.

Gernot Passath

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